Dorothea Walter
Prozessorientierte Psychologie

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Ausbildung von PPP-Integral

© diese Arbeitsform entwickle ich seit 2002

Vom Prozess zur Performance zur Power

Die Basis dieser Ausbildung bildet die Schulung der Aufmerksamkeit. Sie verhilft zu einer differenzierten Körperwahrnehmung. Tanz, Atembewusstsein und vor allem die Arbeit mit dem Schatten, d.h. den abgespaltenen Teilen der Persönlichkeit sind weitere Bereiche, auf die sich die Aufmerksamkeit richtet. Ziel ist hierbei das Leer- und Freiwerden von störenden Grenzen, Blockierungen. Nur so kann es dann im künstlerischen Handeln – der Performance – zur notwendigen Selbstvergessenheit und Hingabe kommen; einer sehr speziellen Qualität von Präsenz.

Entgrenzen

Der Grundprozess: Die Aufhebung von Grenzen

Performance ist ein besonderes Mittel, persönliche Betroffenheit zu verarbeiten. Durch das künstlerische Mittel der Verfremdung und Übersetzung in einen ungewohnten Ausdruck, sowie das Öffentlich machen, wird das ursprünglich Persönliche in eine andere Ebene versetzt.
Voraussetzung für diese Art des Arbeitens ist erstens Körperbewusstsein und Aufmerksamkeitswille, zweitens die Fähigkeit, die Aufmerksamkeit über den Zeitraum der geplanten Handlung aufrecht zu erhalten und drittens keine Identifikation mit dem Inhalt mehr einzugehen, um in die neue Handlung, in das neue Tun eintreten zu können.

Das Ziel: im und durch den künstlerischen Prozess Geschichte/n neu- bzw. umzuschreiben und zu befreien, noch unbekannte Geschichten zu kreieren und zurück zur lebendigen Phantasie in einen beseelten, von Funktionalität und Missbrauch befreiten Leib zu finden, zur Einheit von Leib-Seele-Geist.

Das Ergebnis: Ein Zuwachs an Bewusstheit und Freiheit von im Körper gespeicherter Geschichten.

Spuren der Veränderung

„Mit jeder weiteren Performance mache ich erneut die Erfahrung, daß diese Art der Ausarbeitung dessen, was mich bewegt eine starke „Entgrenzung” bewirkt.
Diese Entgrenzung ist eine Art Erweiterung meines geistigen Spektrums. Die Arbeiten verstehe ich als Handlungen, die Spuren der Veränderung in meinem Denken und Fühlen hinterlassen und sich in meinem Alltag niederschlagen.” Marion Schmidt

Für die Ungetrenntheit von Leib-Seele-Geist finden wir in der griechischen Mythologie das Bild des Zentauren (die Mensch-Tiergestalt). Diese Gestalt zeigt die Einheit von Gefühl und Verstand, gebändigte aber nicht unterdrückte Vitalität.

Wir fangen an, alle Umweltobjekte so zu behandeln, als wären sie unser eigenes Selbst. Diese Haltung ist die Intuition, dass die Welt in Wirklichkeit der eigene Körper ist und als solcher behandelt werden sollte. Aus dieser Art der transpersonalen Intuition entspringt das universelle Mitgefühl.

Über das Träumen als Wahrnehmungsform

Sich dem Träumen ergeben

Wie kommt es zur Qualität bzw. zum Bewusstsein des zentaurischen Zustands (Leib-Sele-Geist als Einheit)?
Am Anfang steht ein Motiv, etwas, das die Performerin beschäftigt. Dieses Motiv, das auch ein Körpersymptom sein kann, entstammt entweder dem Wachbewusstsein meist aber eher einem mehr traumartigen Bewusstsein. Es ist in jedem Falle eine Art waches Traumbewusstsein, aus dem im künstlerischen Prozess dann die Bilder bzw. die Handlungen der Performance entstehen. Den Kontakt zu dieser Art des „Träumens” kann man nicht machen; (Träumen nennen wir alles, was sich der persönlichen Kontrolle entzieht; im künstlerischen Schaffen ist es trotzdem bewusste Gestaltung). Hier ist Tun im Nicht-Tun gefragt, das heißt, dass man dieses Träumen sich ergeben lassen muß, besser, sich ihm ergeben. Interessanterweise ist dieses so genannte träumende Bewusstsein in gewisser Weise wacher und auch umfassender als das Alltags- oder Tages-Wachbewusstsein. Dann werden Ausdrucksformen mit Körper, Atem, Stimme, Farbe und anderem gesucht.
Das Träumen ist eine Wahrnehmungsweise, die den Körper einbezieht und aus ihm entstammt. Der Körper als Archiv des persönlichen Lebens, das, wie wir wissen, gar nicht so persönlich ist. Er ist auch Archiv oder kollektiver Speicher des Kulturkreises, dem ich entstamme.
Auch ein fremder, anderer Kulturraum „körpert oder träumt sich in mich hinein” und ich nehme dessen Überzeugungen, Regeln sowie „geheime” gesellschaftliche Absprachen in mich auf. Der Körper trägt nicht nur einen kulturellen Kontext mit sich, sondern ist auch ganz global eingebunden. Die Welt hört nicht an meiner Hautgrenze, Haustüre auf.

Die Schaffende, bzw. Erschaffende tritt in diesem Prozess in noch tieferen Kontakt mit der Welt des Träumens. Sie tritt in Kontakt mit der Welt, aus der sie gerade die Performance hervorbringt.

„Das Ziel ist, die Spaltung von Ich und Körper und der Welt aufzuheben, um einen Zustand reifer Integration von Geist und Körper zu erlangen. Menschlicher Geist und animalischer Körper sind so auf harmonische Weise eins; das ist das Bild des Zentauren der griechischen Mythologie.” Ken Wilber

In der Integralen Sichtweise Wilbers handelt es sich um den höchsten persönlichen Bereich, um das reife Ego - ich nenne es auch den gezähmten Narzissmus – es ist der Übergang zu transpersonalen Entwicklungsstufen.

Die Performerin als Handelnde

Synthese von Gedanke, Gefühl und Handlung

Die Vorgehensweise der Performerin, des Performers liegt nun weniger in der Darstellung im Sinne eines Abbildens des Themas, sondern in einem neuen Handeln und Verhandeln des Themas. Die Performerin wird zur Handelnden. Eine solche bewusste Handlung beinhaltet immer auch Gedanken und Gefühle. Diese Synthese von Gedanke, Gefühl und Handlung - ein neues Handeln - hat eine besondere Intensität in Ausdruck und Wirkung.

Der „Stoff” ist der Körper und der Körper ist ein Ort der Geschichten, ein Ort der Handlung, ein Ort in Bewegung, ein Ort beweglicher Geschichten. Dies ist unser Arbeitsmotiv nach einem leicht veränderten Zitat von Marina Abramovic - der Mutter der Performance.

Ich will ein neues Bewusstsein entwickeln und mich der Idee der Einheit von Körper und Seele annähern, von Körper und Seele und Kosmos...Ich will die unglaubliche Konstruktion unseres Planeten aufzeigen, auf seine Energiequellen hinweisen und darauf, wie wir mit einem neuen Bewusstsein lernen können, unseren Körper und unsere Seele innerhalb dieser Struktur neu zu arrangieren. Marina Abramovic

Als KünstlerInnen wie Abramovic zu Beginn der Performance-als-Kunst in den späten sechziger Jahren ihren Körper öffentlich „entfalteten”, taten sie dies in der Absicht, die sedimentierten Bedeutungsschichten, in die der Körper – ihr Körper – historisch und kulturell gehüllt war, abzuschälen.

Dear Chief-Body-mind-Worker Dorothee,

... But I also have my personal experience with the wow-feeling with women groups in Stuttgart directed by the professional body-liberator Dorothee. We were reading out the unwritten language of our body history and its unseparable union with mind. We found footprints either following the path of body or the path of mind. Both paths leading to the secret openness of space which feels georgeous, unfelt hapiness flooding the body and rays of light envading the whole body-mind system. The innermost center opening, freeing feelings into non-existence. It just gives you a complete shift of mind, looking from within. INcredible easiness and loves shining through and you realize, we are all the same, strong woman, gate openers, frontier raiders, there is no boundary between us, it is all moving. This experience changes my life to unknown possibilities, constantly freeing what has always been there. I know now about the connectiveness of our beings. It is just miracoulous powerful, georgeous. Judith Ammon

Das Wahre, Schöne, Gute. Geist und Kultur im 3. Jahrtausend

Das Urholon der Kunst

„Um dieses Urholon entwickeln sich wie die Schichten einer Perle, die um den Keim eines Sandkörnchens wächst, Kontexte in Kontexten von aufeinander folgenden Holons, wenn das Urholon unwiderruflich in den geschichtlichen Strom eintritt, der einen großen Teil seines weiteren Schicksals bestimmen wird.
Das künstlerische Urholon gelangt, auch wenn es zunächst im Bewusstsein des Künstlers auftaucht, sofort in zahlreiche schon vorhandene Kontexte, in die es sofort eingegliedert wird.” Ken Wilber
(Holon = Ganze und Teile zugleich. Die Wirklichkeit insgesamt ist nicht aus Dingen oder Prozessen zusammengesetzt, sondern aus Holons.)

Zur weiteren Vertiefung: Vorwort meines Buches „ausfalten – poesie des weiblichen körpers” als pdf...